Naturraumanalyse

Die Naturraumanalyse ist das gezielte Erfassen und Bewerten von naturräumlichen Gegebenheiten. Folgende Punkte erscheinen als sinnvoll: Lage, Klima, Morphologie, Geologie, Boden, Vegetation, Wasserhaushalt, Pflanzenwelt, Tierwelt, Wirtschaftliche Nutzung.

» Als Seminival bezeichnet man ein mindestens ein Halbes Jahr Schnee oder Eis bedecktes Gebiet. +++ Breitengrade verlaufen immer Parallel  in einem Abstand von 111 km +++

Subarktische Tundra

  1. Lage
    • Nordhalbkugel: 50° NB – 85° NB ca. 4000 km Nord-Süd Ausdehnung (Dänemark, Grönland, Russland, Kanada, USA)
    • Südhalbkugel: 40° SB – 55° SB ca. 1500 km Nord-Süd Ausdehnung (Chile, Argentinien)
    • Unterschiede auf der Nordhalbkugel sind wie folgt:
      • in Nordamerika kann die Subarktische Tundra weit in den Süden vorstossen
      • der Golfstrom heizt Eurasien stärker auf
      • die Kanadischen Inseln wirken als Kältebrücke
  2. Klima
    • Subpolares Klima.Die Temperatur ist in der Mehrzahl der Monate unter 0° C. Nur zwei bis drei Monate herrschen Plusgrade.
      Der Niederschlag beträgt rund 200mm im Jahr als Schnee.
  3. Wasserhaushalt
    • Dauerfrostboden ist ganzjährig bis ein eine gewisse Tiefe gefroren. In den Mündungsgebieten von Flüssen einsteht ein Eisstau.
  4. Pflanzenwelt
    • Die Tundra ist ein baumlose Vegetationszone, da die Vegetationszeit, also bis der Baumsamen keimt, zu kurz ist. In höheren Lagen findet man Flechten in Tälern und tieferen Lagen Moose.
  5. Tierwelt
    • In der Subarktische Tundra findet man Karibus, Rentiere, Elche, Eisbären und Polarfüchse
  6. Boden
    • Subsilvanes Bodenfliessen, die oberen Schichten desPermafrostbodens auftauen und durch die Wassersättigung bei entsprechendem Relief auf dem gefrorenem Boden abfliessen. Gleyboden der in der Tiefe ständig mit Wasser gesättigt ist. Stauwasserböden sind durch eine durchlässige Oberschicht und eine darunter liegende undurchlässige Schicht gekennzeichnet.
  7. Wirtschaftliche Nutzung
    • Ausbeutung der Bodenschätze wie Öl und Gas und Ausbeutung der Tierwelt durch Fischfang. Betrieb von nomadisierender Rentierzucht.

Immerfeuchte Tropen

  1. Lage
    • Südamerika: 13° NB – 15° SB ca. 2700 km Nord-Süd Ausdehnung (haupts. entlang des Amazonas)
    • Afrika: 7° NB – 5° SB ca. 1300 km Nord-Süd Ausdehnung (nur an der Westseite)
    • Südostasiat. Inselstaaten: 8° NB – 10° SB ca. 2000 km Nord-Süd Ausdehnung (Philippinen, Indonesien,Malaysia)
  2. Klima
    • Es herrscht ein tropisches Regenwaldklima bzw. Tageszeitenklima. Der Jahrestemperaturdurchschnitt beträgt ca. 26-29° C. Der Niederschlag beträgt rund 3000mm im Jahr, es gibt keine Monate ohne Niederschlag.
  3. Wasserhaushalt
    • Ein grosser Teil des Niederschlags verdunstet,  ca. 30% erreichen den Waldboden der eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit besitzt.
      Hohe Flussdichte mit einer grossen Abflussmenge. Der Niederschlag ist grösser als die Verdundtung.
  4. Pflanzenwelt
    • Das Tageszeitenklima und die hohe Niederschlagsmenge lassen eine ganzjährige Vegetationsperiode zu, was nur durch extrem hohe Niederschläge und daraus folgenden Überschwemmungen zu Vegetationspausen führen kann. Da die wurzeln über einen längeren Zeitraum keinen Sauerstoff erhalten. In diesen Überschwemmungsgebieten wie auch an den Küsten bilden sich Mangrovenwälder aus.Stockwerkaufbau (Strauch und Krautschicht, untere Baumschicht, Hauptbaumschicht, Urwaldriesen)
  5. Tierwelt
    • In den Immerfeuchten Tropen herrscht eine riesige Artenvielfalt wie: Insekten, Tausendfüßer, Krebstiere, Spinnentiere, Säugetiere, Reptilien, Vögel
  6. Boden
    • Eher unfruchtbar da die Böden tief sind und sich die Nährstoffe  sich in einer zu tiefen Lage für die Pflanzen befinden, nur ca. die obersten 10-15 cm sind Humusschicht. Die Humifizierung ist klein, da die Nährstoffe sofort wieder den Pflanzen zugeführt werden. An den Wurzeln der Pflanzen befinden sich Wurzelpilze, diese Vereinigung nennt man Wurzelsymbiose sie sichert die Nährstoffzufuhr.
  7. Wirtschaftliche Nutzung
    • Brandrodung, Wanderfeldbau. Regenfälle haben die dünne Humusschicht abgetragen. Nach ein paar Jahren Nutzung ist der Boden durch die intensive Nutzung ausgelaugt und bringt keinen Ertrag mehr.
      • Wanderfeldbau: Die Flächen werden ca. 3-5 Jahre genutzt und werden durch Brandrodung hergestellt.
        Vorteil: kurzzeitiger aufwandarmer Anbau zur Eigenversorgung
        Nachteil: hoher Flächenbedarf, langsame Renaturierung
      • Plantagenwirtschaft: Produktion erfolgt über einen langen Zeitraum, Monokulturanbau zum Zweck des Export.
        Vorteil: intensive Nutzung, anfänglich hoher Ertrag
        Nachteil: hohe Pestizidbelastung und extrem Schädlingsanfällig
      • Ecofarming: Mit und nebeneinander von Wald und Anbau.
        Vorteil: Eigenversorgung kann sichergestellt werden
        Nachteil: begrenzte Produktion, Arbeitsintensiv

Brasilien

  1. Lage
    • Brasilien befindet sich in Südamerika
    • Der Äquator wie auch der Südliche Wendekreis verlaufen durch das Land
    • Ausdehnung und Lage im Gradnetz: ca. 3200km Breit, ca. 4300km Lang
      • im Norden: 5° NB … im Süden: 34° SB
      • im Osten: 35° WL … im Westen: 74° WL
    • Die gesamte Ostküste verläuft am Atlantischen Ozean
    • Im Norden grenzt es an Guayana, Venezuela, Kolumbien
    • Im Westen grenzt es an Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien
  2. Klima
    • Klimazonen: Überwiegend tropische Klimazone, an der Ostküste im Bergland herrscht das Klima der Hochgebirge.
    • Temperatur: Der Jahresdurchschnitt liegt zwischen 25° C und 29° C. Der Temperaturverlauf ist relativ Konstant.
    • Niederschlag: Im Jahresdurchschnitt zwischen 1000 bis 1800 mm/m², im Amazonastiefland konstanter Jahresverlauf bis 1800 mm/m². Im Bergland von März bis Oktober bis 1000 mm/m². Es herrscht ein Tageszeitenklima entlang des Amazonastieflandes.
  3. Relief
    • Das Gesamtrelief erstreckt sich von 0 bis 2890 m. Im Amazonastiefland von 0 bis 100 m. Im Brasilianischen Hochland von 100 bis ca. 800 m. Im Brasilianischen Bergland von 800 bis ca. 2900 m. An der Ostküste findet man eine Besonderheit, hier existiert auf besonders engen Raum ein Höhenunterschied von ca. 2900 m.
  4. Wasserhaushalt
    • Hohe Flussdichte, hoher Niederschlag. Der Niederschlag ist grösser als die Verdunstung. Der wasserreichste Fluss der Welt befindet sich in Braslien. Mehrere Seen im Bergland. Im Amazonastiefland findet man die höchsten Niederschläge.
  5. Vegetation
    • Im Amazonastiefland findet man den tropischen Regenwald, in den Hochebenen die Feucht- und Trockensavanne. Stockwerkaufbau, Sträucher, ausgedehnte Wälder. Durch das Tageszeitenklima und hohen Niederschlägen herrscht eine ganzjährige Vegetationsperiode. In den Überschwemmungsgebieten findet man ausgedehnte Mangrowenwälder.
  6. Bodenschätze
    • Geringes Vorkommen an Bodenschätzen. Hauptsächlich entlang der Küste. Alle Arten von Erzen sind zu finden. Geringes Erdöl- und Erdgasvorkommen. Keine Salzvorkommen, vereinzelte Edelsteinmienen.
  7. Wirtschaft
    • Industrie hauptsächlich im Bereich der Hauptstadt, hohe Industriedichte an Metallverarbeitung, Textil- und Chemieindustrie. Die Verhüttungsindustrie ist ebenfalls hauptsächlich im Bereich der Hauptstadt angesiedelt. Landwirtschaft im Bergland: Anbau von Zuckerrohr, Kaffee, Tee, Bananen, Kakao, Kokospalmen. Landwirtschaft im Süden: Anbau von Sojabohnen. Landwirtschaft im Amazonastiefland: An- und Abbau von Kautschuk.