Konflikte & Konfliktlösungen von 1871 bis 1914
Die Reichsgründung in Versailles im Jahr 1871 sollte vordergründig die Vereinheitlichung von Währungen, Maßen, Gesetzen, Gewichten, Zöllen und Steuern stehen. 1876 Gründete man die Reichsbank, der Zahlungsverkehr wurde nun mit der Mark (1 Mark = 100 Pfennig) abgewickelt.
Das aufstrebende deutsche Reich löste bei den anderen europäischen Mächten Besorgnis aus, einer neuen Großmacht standen sie misstrauisch gegenüber. Sie fürchteten um ihre militärische Stärke, Expansions- und Revanchestreben, auch einen erneuten Krieg um Kolonien.
Bismarcks Aussenpolitik wirkte genau diesem Misstrauen entgegen, seine Ziele waren: Verlagerung der Konflikte nach Osten, Rußland zu einem Bündnis mit dem deutschen Reich bringen, Ausgleich zwischen England und Rußland, Verhinderung eins Bündnisses zwischen Rußland und Österrecih, Verhinderung eines Bündnisses zwischen England und Frankreich.
1. Bündnissysteme Bismarcks
| 1873/81 | Dreikaiserbündnis – Deutschland, Österreich/Ungarn, Rußland |
| 1879 | Zweibund – Deutschland, Österreich/Ungarn – Neutralität und Beistand bei rußischen Angriff |
| 1882 | Dreibund – Deutschland, Österreich/Ungarn, Italien – Beistand bei französischen Angriff |
| 1887 | Rückversicherungsvertrag – Deutschland, Rußland - Gegenseitige Neutralitätszusage und Hilfezusage |
| 1887 | Orient Dreibund – Großbritanien, Österreich/Ungarn, Italien – Beistandverpflichtung bei einem rußischen Angriff der Türkei |
| 1887 | Mittelmer Abkommen – Großbritanien, Italien – Ergänzung des Orient Dreibund |
1.1. 1878 Berliner Kongreß
Der Balkan wurde nach und nach zum Konfliktherd und Bismarck versuchte sich als Vermittler, später bekam er im Bezug auf den Orient Konflikt den Namen ehrlicher Makler. Ergebnis dieser Verhandlungen waren:
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2. Politik des neuen Kurses um 1890
Die Politik Wilhelm des II. galt nunmehr nicht mehr der Sicherheit sondern einer Weltmachtstellung des Reiches. Wilhelm der II. war arrogant und Leichtsinnig und hatte für seinen neuen Kurs keine Absicherungen. Intrigen und Amtsmissbrauch spielten eine wesentliche Rolle.
3. Neue Bündnisse
| 1904 | Entente Cordiale – Großbritanien, Frankreich – Einkreisung Deutschlands durch Hauptmächte Zweibund zwischen Österreich/Ungarn und Deutschland, Rußland geht als Verlierer aus dem Krieg mit Japan und spekuliert mit Großbritanien auf Persien (Aufteilung Teils GB, teils RUS) |
| 1907 | Triple Entente – Großbritanien, Frankreich, Rußland |
4. Krisen vor dem Krieg
| 1905 | erste Marokkokrise |
| 1908 | Österreich/Ungarn Annektion von Bosnien und Herzegowina trotz rus. Einspruch |
| 1980 | Russland ermunterte Bulgarien, Serbien, Montenegro und Grichenland zum Zusammenschluß gegen die Türkei |
| 1911/12 | zweite Marokkokrise (Panthersprung nach Agadir) |
| 1912 | Pulverfass Balkan |
4.1. Kriegsvorbereitung in Deutschland
Dem altdeutschen Verband gehörten viele Vereine und Verbände an, wie zum Beispiel Kolonialverband, Wehrverein, Flottenverein, Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Der Verband gab die Zustimmung zum Ausbau der Kriegsflotte, vertrat die Notwendigkeit von Kriegen, ebenso rechtfertigte er die Allgemeine- wie auch die Flotteaufrüstung. Die weitere Kolonialisierung sollte zur Erweiterung des deutschen Lebnsraumes dienen.
| 28. Juni 1914 | Attentat von Sarajewo – Tötung des österreichischen Thronfolgepaares (keine Ursache, nur Anlaß – Zeit der Verhandlungen und Ultimaten, Österreich wollte Strafmaß der Attentäter selbst bestimmen) |
| 28. Juli 1914 | Kriegserklärung Österreichs an Serbien (Auch wegen “Blancocheck”-Zusage der deutschen = Beteiligungserklärung – Serbien war verbündet mit Rußland, dadurch teilmobilmachung Russischer Streitkräfte und Kriegserklärung gegen Deutschland) |
| 1. August 1914 | Deutsche Kriegserklärung gegen Rußland |
| 2. August 1914 | Deutsche Kriegserklärung gegen Frankreich da die Franzosen eine Bündnisverpflichtung mit Rußland haben |
| 3. August 1914 | Deutsche Kriegserklärung gegen Großbritanien da die Briten eine Bündnisverpflichtung mit Frankreich haben |